2004 Cotes-du-Rhone – Domaine de la Vieille Julienne
Vor ein paar Jahren bekam ich diesen Wein geschenkt. Bis dahin hatte ich nur gelegentlich einen Rhonewein im Glas. Und die bisherigen konnten mich nicht wirklich vom Preis- Leistungsverhältnis überzeugen. Dies war bei diesem Cotes-du-Rhone allerdings anders. Die erste Flasche hat mir sehr gut geschmeckt, so daß ich davon 3 Flaschen im Fachhandel kaufte und in meinen Weinkeller legte. Nun an heilig Abend sollte eine Flasche davon den Tag krönend abschließen.

Das Weingut hat seinen Sitz in Orange und ist berühmt für seine grandiosen Chateuneuf-du-Pape Weine. Robert Parkter bewertet die meisten der letzten zehn Jahrgänge mit 90 und mehr Punkten. Aber für meinen Geldbeutel sind 40-50 € für solch einen grandiosen Wein einfach zuviel des Guten. Dagegen ist der Cotes-du-Rhone mit etwa 15 € für eine 0,75l Flasche durchaus noch im Bereich des Bezahlbaren. Der Wein besteht zum Großteil aus Grenache-Trauben. Die Reben sind bis zu 80 Jahre alt! Aber nun zum Wein.
Im Glas zeigt er sich in einem dunklen purpurrot. Im Prinzip war dies von der Region und den Trauben zu erwarten. Er zeigt am Rand noch leicht violette Farbreflexe. Ein Zeichen das der Wein noch durchaus lagerfähig und eventuell sogar noch entwicklungsfähig sein könnte. Die Blume hat eine sommerliche Frische, ähnlich wie nach einem Sommerregen. Er duftet nach roten und dunklen Beeren und Kräuter. Am Gaumen schmeckt man feinherbe Kräuter, Johannisbereren, Brombeeren und weitere rote Früchte. Das Fruchtspiel ändert sich mit der Temperatur und der Zufuhr von Sauerstoff. Ein langer Nachhall machen aus ihm einen sehr edlen Rotwein.
Fazit:
Der Cotes-du-Rhone von der Domaine de la Vieille Julienne ist keiner der südlichen Holter die Polter-Weine. Trotz seiner 14 Grad Alkoholvolumen erscheint er einem nicht so schwer. Im Gegenteil. Er glänzt durch ein filigranes und sehr gut ausbalanciertes Frucht, Kräuter und Tanningerüst. Ein Wein von der südlichen Rhone mit Finesse. Bei diesem Basiswein des Weingutes kann man wohl bereits sehr gut erahnen was in den teureren Chateauneuf-du-Pape stecken kann. Für die aktuellen 15 € ein absolut gerechtfertigter Wein der auf jeden Fall seinen Preis wert ist.
Ergänzung:
In den letzten beiden Jahren wurde kein Cote-du-Rhone gemacht. Stattdessen gibt es aber den Cotes-du-Rhone “liet de Clavin” in der selben Preisklasse. Von diesem habe ich vom 2005er bereits ein paar Flaschen eingekellert. Die brauchen allerdings noch etwas um erhöhten Trinkgenuß bringen.
Bezugsmöglichkeiten:
Fachhandel wie z.b. Pinard de Picard.
Nur mal so zur Info, der “liet de Clavin” ist der Cotes Du Rhone der Domaine (Cotes mit “s”) der erst seit einigen Jahren diesen Zusatz hat. Einen Chateauneuf der Domaine lohnt sich auf jeden Fall und wenn man dafür einfach 2 Flaschen Cotes du Rhone weniger kauft, dann passts doch.
Genial und preislich deutlich höher als der normale Chateauneuf ist der Chateauneuf Cuvee Reserve mit über 250,00 Euro pro Flasche. Aber, sie gehören auch zu den grössten Weinen der Welt!
Asche über mein Haupt! Habe gleich das s dem Cotes hinzugefügt. Und danke für die ergänzenden Informationen!
Mir persönlich sind die meisten Chateauneuf-du-Pape inzwischen zu teuer. Warum sollte ich für 1-5% mehr Trinkgenuss das doppelte oder noch mehr bezahlen? Zwei 80iger Jahrgänge hatte ich mir damals vom Clos de Papes in den Keller gelegt. Da kostete eine Flasche zwischen 23 und 28 DM! Nach dem Herr Parker für den 1990er 100 Punkte vergab stieg der Flaschenpreis auf über 50 DM. Heute wird eine Flasche je nach Jahrgang zwischen 40-50 € verkauft. Sorry, da ist bei mir die preisliche Schmerkgrenze überschritten. Aber das kann gerne jeder für sich selbst entscheiden.