Chateau La Hase 2006

In den letzten Jahren habe ich immer seltener einen Bordeaux gekauft. Zum einen sind mir die Preise für die meisten Bordeaux-Weine viel zu hoch. Inzwischen habe ich viele wesentlich günstigere Alternativen gefunden und lieb gewonnen. Trotzdem reizt einem hin und wieder der doch fast schon ehrführchtige Name eines Weines aus dem Bordeaux. Nun bin ich kein Fan und Käufer von Weinen mit großem Namen. Da gefallen mir oft die weniger aber oft günstigeren Weine besser.

Einer meiner Weinhändler hat vor ein paar Jahren dann den Chateau La Hase 2006er als Preisschnäppchen aus dem Bordeaux angepriesen. Wenn er nur halb so gut ist wie er angepriesen wurde sind 8,50 € wirklich ein gutes Angebot. Und was soll man bei dem Preis falsch machen können? Also habe ich mir 6 Flaschen in den Keller gelegt. Dort durfte der Wein erst mal ein paar Jahre reifen.

Chateau La Hase 2006

Der Chateau La Hase ist zwar nur ein Bordeaux rouge und das kleine Weingut liegt in der Nähe von Fronsac. Nun werden die meisten Bordeaux-Kenner erst mal skeptisch sein. Ein Wein aus keiner nahmhaften Appelation kann ja wohl nichts sein?

Jean-Yves Milaire macht aus 50 Jahre alten Reben einen 100%igen Merlotwein! Aber keine Angst für 8,50 € gibt es keinen Chateau Petrus. Auf jeden Fall ist es mal wieder einen Versuch wert sich in die Peripherie der großen Appelationsnamen zu trauen. Also habe ich die erste Flasche in den letzten Tagen für einen genußvollen Abend geöffnet.

Wow war mein erster Gedanke. Ein sehr purpurroter, ja fast schon tintenfarbiger Rotwein ist da im Weinglas. An den Rändern hat er noch die jugendlichen violetten Farbtöne. Ein Wein der also durchaus noch weiteres Reifepotential hat. Nach dem schwenken des Glases riecht man Johannisbeeren und Holunderbeeren. In der Preisklasse für einen Bordeaux schon ein erstaunlich gutes Ergebnis!

Am Gaumen schmeckt man feinherbe dunkle Früchte, Johannisbeeren, Brombeeren, Holunderbeeren mit einem vollmundigen und noch etwas säurebetonten langen Abgang.

Fazit:
Ein Bordeaux ohne großen Namen aber zu einem sehr guten Preis- Leistungsverhältnis. Ein sehr fruchtiger und vollmundiger Merlot. Für meinen Geschmack war allerdings zum jetzigen Zeitpunkt die Säure noch einen Tick zu dominant. Aber das dürfte sich mit dem Alter legen. Ich bin jetzt schon gespannt wie sich dieser spannende Rotwein in den nächsten Jahren entwickeln wird?

Bezugsmöglichkeiten:
Alleiniger Direktimporteur in Deutschland ist derzeit der Fachhändler Pinard de Picard

One Response

  1. Udo Thiem 3. August 2014

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