Wein zum Lebkuchen

Wein zum Lebkuchen? Wie komme ich auf diese Idee? Und dann auch noch in einem Weinblog darüber zu schreiben? Ganz einfach. [ad#300×250]Inspiriert hat mich dazru die Weinrallye #28, welche von Weinverkostungen.de veranstaltet wird. Das Thema dieser Weinrallye soll Adventswein oder Wein zum Christstollen sein. Nur was ist eigentlich ein Adventswein?
Nun mag ich Lebkuchen für mein Leben gern. Ich weiß nicht wieso? Wahrscheinlich mag es daran liegen das man sie in hoher Qualität nur vor der Weihnachtszeit erhält. Danach verlieren sie doch spürbar ihr komplexes Aroma. Wie bei manch anderen saisonelen Spezialitäten wird so gekonnt eine gewisse Vorfreude auf die zu erwartende Leckerei aufgebaut. So dürfte es wohl auch beim Lebkuchen sein. Lebkuchenzeit ist auch gleichbedeutent mit der Adventszeit.

Nun muß ich gestehen das ich das unverschämte Glück habe und meine Schwägerin und Schwager in bzw. bei Nürnberg wohnhaft sind. Daraus erfolgt an Weihnachten meist ein beim Christkind gewünschtes original Nürnberger Lebkuchen Präsent! Die runden Oblaten aus dem Supermarkt mag ich schon lange nicht mehr. Wesentlich wohlschmeckender sind meist die meist größeren Luisen-Lebkuchen. Offenbar hält sich durch die größere Fläche das Aroma darin länger. Sie schmecken meiner Meinung nach aromatischer als die Industrieware im Supermarkt. Die Luisenlebkuchen sind seit 1808 die Meisterstücke der Lebkuchenzunft! Benannt nach der Tochter des damaligen Nürnberger Lebzelters.

Nun beinhalten qualitativ hochwertige Lebkuchen auch zahlreiche Aromen. Nürnberger Lebkuchen können folgende Gewürze beinhalten:

  • Anis
  • Ingwer
  • Kardamon
  • Koriander
  • Macisblüte (Muskatblüte)
  • Nelken
  • Orangeat
  • Piment
  • Zimt
  • Zitronat

Meine Güte, wie soll man bei so vielen möglichen Gewürzaromen einen passenden Wein finden? Meine ersten Gedanken gingen in den Weinbereich wuchtiger trockener Südländer oder ein kräftiger Desertwein? Oder paßt da sogar ein kräftiger Württemberger aus meinem Heimatländle? Wir werden sehen. Also mußten erst mal ein paar hochwertige Lebkuchen her. Danach ging es an die Weinauswahl. Am besten gleich ein paar verschiedene. Damit man ähnlich wie bei einer Weinprobe den direkten Vergleich hat.

Die ersten Verkostungsversuche startete ich mit einer Riesling Auslese von der Nahe. Ich dachte durch das Fruchtspiel wäre es vielleicht eine mögliche Ergänzung zu den vielen Aromen der Lebkuchen. Falsch gedacht. Die Aromen haben die sehr filigrane Auslese erschlagen. Man hätte genauso Wasser zum Lebkuchen trinken können. Also wude der Riesling erst einmal beiseite gestellt. Eigentlich wurde er wieder in den Kühlschrank gestellt um im Anschluß solo genoßen zu werden. Danke an den Ausrichter der Weinrallye. Ohne diesen hätte ich diese herrliche Riesling-Auslese erst in ein paar Jahren genoßen!

Der zweite Versuch war ein heimischer Lemberger. Vom Weingut Schnaitmann aus Fellbach entschied ich mich für den 2007er Lemberger **. Und ich war erstaunt. Der geöffnete Lemberger war zu Beginn noch etwas verschloßen und zeigte wie üblich bei jungen Roten am Rand violette Farbtöne. Beim Weingenuß konnte man neben der Brombeerfrucht auch pfeffrige Noten und Tannin schmecken. In Verbindung mit den Lebkuchen entstand eine erstaunliche Geschmackssympiose zwischen den vielfältigen Lebkuchengewürzen und der Frucht und Pfeffernote des Weines. Die zwei passen einfach zusammen. Die braunen Lebkuchen waren bereits gut, die weiß glasierten einen Tick besser und am allerbesten war die Kombination mit den Lebkuchen mit Schokoladenüberzug!

Lemberger ** 2007

Ähnlich erging es mir beim dritten Versuche mit einem 2006er Cotes-du-Rhone vom Chateau Saint Cosme. Das Feuer und die pfeffrige Note dieses 100%igen Syrah vermählten sich hervorragend mit den Gewürzaromen der Lebkuchen. Prädikat kombinierenswert.

Ein vierter Verkostungsversuch war ein Maury Rancio aus dem Süden Frankreichs. Und wieder ist es ein Volltreffer. Der wuchtige Hochprozenter hat einen intensiven Geschmack nach Rosinen und Kakao. Diese ergänzen sich vorzüglich mit den zahlreichen Lebkuchengewürzen. Mir erschien der Maury Rancio wegen seines intensiven Kakaogeschmackes passender als ein Maury Recolte. Aber dies ist vielleicht auch eine Frage des persönlichen Geschmackes. Wer etwas namhafteres allerdings auch teureres möchte, kann alternativ zu einem Maury Recolte auch einen Vintage Port wählen. Beide sind hervorragend. Ist nur eine Frage des Preises.

Fazit:
[ad#300×250 links]Wie befürchtet werden viele vor allem feine Weine von den zahlreichen Gewürzaromen der Lebkuchen erschlagen. Aber es ist auch erstaunlich das es doch einige Weine gibt die diesem intensiven Gewürzen Paroli bieten können. Manche Weine ergänzen sich sogar hervorragend mit einem Lebkuchen und ergeben neue Geschmacks- und Genußerlebnisse.
Ich würde einen trockenen Roten mit pfeffriger Note und einer ordentlichen Wucht empfehlen. Als Schwabe tendiere ich da natürlich zu einem noch relativ jungen aber wuchtigen Lemberger. Die optimale Aromenvielfalt erreicht man wenn man ein Stück vom Lebkuchen abbeißt und dann den Mundraum mit dem Wein füllt. Nun entseht eine Vielfalt an Aromen. Für Freunde von süßlichen Weinen ist ein Maury oder Portwein eine Genuß bereitende Alternative.

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