Stettener Häder – Riesling Kabinett 1993 – Remstalkellerei

Nun bin ich inzwischen weniger ein Freund von Weinen aus Weingenossenschaften. Bei den meisten Winzergenossenschaften erhält man recht einfache Weine die meiner Meinung nach selten ihr Geld wert sind. Wobei es hier natürlich auch einige Ausnahmen gibt. Inzwischen hat auch manche Wein-Genossenschaft erkannt das man über die Qualität höhere Preise erzielen kann. Aber viele machen immer noch charakterlose Massenware. So meide ich solche Weine wo es geht.

Trotz dieser Abneigung lässt es sich nicht immer vermeiden das man mit Weinen von Genossenschaften in Kontakt gerät. So erging es mir auch bei diesem doch sehr alten Riesling. Meine Schwiegermutter verstarb im November 2009 im gesegneten Alter von 81 Jahren. Nach der Haushaltsauflösung brachte meine Frau ein paar Flaschen Wein und Sekt mit nach Hause. Meine Schwiegermutter hat nie Wein getrunken. So wurden Weingeschenke im Keller gelagert bis für einen Besucher eine Flasche geöffnet wurde. So erhielt ich sozusagen aus diesem Nachlass auch diesen Stettener Häder Riesling Kabinett 1993 von der Remstalkellerei aus Weinstadt-Beutelsbach.

Stettener Häder - Riesling Kabinett 1993

Bei uns im Remstal gibt es über die Weinlager Stettener Häder einen Spruch …

Hät i gestern koin Häder dronga, hät i heut koi Schädlweh

Aber der Spruch kam wohl nur wegen des schwäbischen Reimes und nicht wegen der Nebenwirkung zustande. Wobei ich nicht wirklich weiss ob man früher nicht doch nach Genuss dieses Weines nicht doch Kopfweh hatte?

Aber kommen wir doch lieber zu diesem alten Wein zurück. Eigentlich wollte ich ihn gleich entsorgen. Der Wein war in einer 0,25l Flasche mit Schraubverschluss! Ob der Verschluss nach 17 Jahren noch dicht ist? Und wenn ja, hat der Wein durch die Kunststoffdichtung eine andere Geschmacksnote? Da half nur eines. Kühl stellen und bei erreichen der optimalen Trinktemperatur öffnen.

Und ich muss gestehen ich war erstaunt! Ein helles goldgelb. Wenn ich ehrlich bin habe ich da nach der langen Zeit einen dunkleren Gelbton erwartet. Die Blume war sehr flach. Keine Frucht, vielleicht im sehr geringen Umfang etwas Frische. Und im Geschmack ein immer noch sehr säurebetonter Riesling ohne Tiefgang und ohne Fruchtaromen. Genau richtig für eine Weissweinschorle!

So endete dieser alte Tropfen in einer sauren Weissweinschorle mit einem hochwertigen Mineralwasser wurde er vermählt. Frisch, spritzig und erfrischend.

Fazit:
Es hat mich doch sehr erstaunt das dieser 17 Jahre alte Riesling Kabinett nach dieser langen Zeit immer noch gut trinkbar war. Und noch mehr hat mich erstaunt das der Schraubverschluss diese lange Zeit unversehrt überstanden hat! Wer braucht da noch Naturkorken welche im ungünstigsten Fall auch noch Fehlaromen an den Wein abgeben?

Bezugsmöglichkeiten:
Na ja, solch einen alten einfachen Wein wird man wohl weder im Handel noch bei der Remstalkellerei bekommen. Aber junge Weine der selben Lage erhält man dort sicherlich.

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