Weinetiketten lesen

Eigentlich ist dies gar nicht so schwierig ein Weinetikett zu lesen. Manche Dinge auf einem Weinetikett sind eindeutig und dürften klar sein. Allerdings gibt es auch Angaben auf einem Weinetikett, wo nur ein Kenner etwas mit anfangen kann.

Weinetiketten
Weinetiketten

An Hand von drei Beispielen aus drei verschiedenen Ländern zeige ich was man vom Weinetikett alles erkennen herauslesen kann.

1. Weinetiketten aus Deutschland lesen

Brauneberger Juffer Sonnenuhr 2004
Brauneberger Juffer Sonnenuhr 2004

Der Erzeuger und Abfüller des Weines ist hier Fritz Haag. Wäre der Wein nicht vom Erzeuger abgefüllt, würde dies meist in kleinerer Schrift darunter stehen.

Das Anbauland ist Deutschland. Die Anbauregion die Mosel und die Abfüllung erfolgte in Brauneberg. In Ländern wie Frankreich und Italien gibt es geschützte Anbaugebiete. Solche erkennt man mit dem Zusatz AOC, DOC, DOCG. Darin wird meist auch ein bestimmter Weintyp, die Rebsorten und der Ausbau festgelegt.

Die Lage bzw. der Weinberg ist hier Brauneberger Juffer-Sonnenuhr. An Hand der Lagen- oder Weinbergnamen kann der Kenner erkennen ob es eine gute oder sehr gute Qualität sein könnte. Die Brauneberger Juffer-Sonnenuhr ist eine Lage im Weinberg Brauneberger Juffer. Die Sonnenuhr ist eine Mulde im Weinberg, wo sich die Wärme länger halten kann. Dadurch entsteht im Weinberg ein gesondertes Mikroklima. Meist sind Weine aus dieser Lage etwas komplexer als die aus dem restlichen Weinberg. Ob man das schmeckt? Ja, das schmeckt man. Woher ich das weiß? Selbst auf einer Weinprobe an der Mosel erschmeckt.

Der Alkoholgehalt wird in allen Ländern auf dem Etikett vorgeschrieben. Leider ist diese Angabe durch den Bildausschnitt abgeschnitten. Der Wein hat 7,5% Alkohol. Ein Zeichen das er aus dieser Lage und Rebsorte noch eine höhere Menge Restsüße haben dürfte.

Die Rebsorte, in dem Fall Riesling, wird oft auch auf dem Etikett angegeben. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Bei roten Bordeaux-Weinen werden meist mehrere Rebsorten kombiniert um einen möglichst ähnlichen Charakter zu erzielen. Es gibt auch Bezeichnungen wie Sancerre AOC wo 100% Sauvignon Blanc durch das Anbaugebiet festgelegt sind. Und bei weißen und roten Burgundern findet man selten eine Rebsortenangabe, da diese meist aus Chardonnay oder Pinot Noir gekeltert worden sind.

Die Prädikate bzw. Klassifizierungen sind je nach Land und Region sehr vielfältig gestaltet. Oft sind sie auch Anlaß für Kritik. In Deutschland und Österreich richtet sich das Prädikat nach dem Mostgewicht des Weines. Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese, Eiswein. Bei manchem Wein wird bewusst der Wein nur als Tafelwein zur Prüfung angemeldet, wenn ein Ausbau im Weingesetzt nicht vorgesehen ist oder für die Rebsorte kein Barrique-Ausbau definiert ist. Inzwischen wurde dies durch das deutsche Weingesetz den Marktanforderungen angepaßt. Hier hat die EU die verschiedenen Weingesetze der Mitgliedsländer angegelichen. Inzwischen werden auch Lagenweine in Deutschland berücksichtigt.

Noch weiter geht der VDP = Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter. Diesem gehören etwa 200 Weingüter an. Hier werden die Qualitäten wie folgt Klassifiziert:

  • VDP Große Lage oder Großes Gewächs
  • VDP Erste Lage
  • VDP Ortswein
  • VDP Gutswein

In den Anbaugebieten von Bordeaux und Burgund gibt es recht alte Klassifizierungen wo die Erzeuger bzw. Lage vor über 100 Jahren klassifiziert wurden! Die weltweit häufigste Klassifizierung ist wohl „Reserve“. Meist handelt es sich dabei um einen länger gelagerten Wein (bevor er in den Verkauf kommt).

Der Flascheninhalt beinhaltet hier 0,375l. Die Angabe ist hier durch den Bildausschnitt abgetrennt.

Der Jahrgang gibt Auskunft über das Erntejahr und wie reif der Wein sein könnte. In manchen Jahrgängen kann der produzierte Wein besser oder schlechter sein. Dies ist vom Wetter abhängig.

Ob ein Wein süß ist, wird oft nur in Deutschland und Österreich angegeben. Manche spanischen Desertweine tragen die Bezeichnung dulce. In diesem Fall kann es wohl nur ein Kenner erkennen. Das Prädikat Auslese, Riesling, von der Mosel, niedriger Alkoholgehalt, lässt einen süßen bis süßlichen Auslese-Wein erwarten.

2. Weinetikett aus Frankreich

Nuits-Saint-Georges Premier Cru
Nuits-Saint-Georges Premier Cru

Was erkennen wir auf diesem Etikett? Es ist ein Burgunder aus Frankreich von Jacques-Frederic Mugnier, ein für seine großartigen Burgunder bekannter Winzer. Ein Nuits-Saint-Georges Premier Cru. Premier Cru ist eine ausgezeichnete Lage. Clos de la Marechale ist die Premier Cru Lage in der Appelation Nuits-Saint-Georges. 13% Alkohol. Pinot Noir ist die Rebsorte. Das steht hier nirgends auf dem Etikett, ist aber auf Grund der Lage und Farbe des Weines für Weinkenner nachvollziehbar. Das Jahrgang steht auf einem zweiten kleineren Etikett am Flaschenhals.

Weinetikett Barbera d'Alba

Das Weingut ist hier Comm. G.B. Burlotto aus Verduno in Italien. Der Wein Barbera d’Alba bezeichnet die Rebsorte Barbera und die Anbauregion Alba im Piemont. Jahrgang 2009. Alkohogehalt ist durch den Bildausschnitt nicht sichtbar, hat aber 14% Alkohol. Ein sehr kräftiger und intensiver Rotwein.

Weinetiketten lesen

Die Qualität eines Weines kann man an Hand eines Weinetikettes nicht erkennen. Mit etwas Wissen kann man vielleicht eine Qualitätstendenz einstufen. Das beste Beispiel sind rote Burgunderweine aus dem Burgund. Aus Toplagen sind die Wein meist teuer bis extrem teuer. Dennoch gibt es aus der gleichen Lage mittelmässige Weine bis großartige Weine. Das ist in erster Linie von den Rebsorten, dem Weingut und dem Jahrgang abhängig. Diese Faktoren in Verbindung mit einer großen Lage machen einen großartigen Wein aus. Am Weinetikett ist das aber nicht erkennbar.

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