Barolo 2008 – Comm. G.B. Burlotto

Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr genau, wann ich diesen Barolo gekauft habe? Er wurde damals von meinem favorisierten Fachhändler Pinard de Picard als hervorragendes Weingut aus dem Piemont angeboten. Mein Gaumen wurde durch die ausgeschmückten Worte bzw. Texte regelrecht wässrig gemacht.

Ich kaufte mir zwei Flaschen. Legte diese in den Keller. Und vergaß sie einfach. Barolo braucht Zeit. Leider gehöre ich meist zu den ungeduldigen Menschen. In der Vergangenheit auch bei meinen wenigen Barolo-Versuchen. Darunter waren manche die OK waren. Aber für das Geld gefielen mir meist andere Weine besser. Vielleicht weil sie leichter zugänglich waren?

Aber egal. Nun startete ich an Heilig Abend 2019 einen neuen Start in die Barolo-Welt. Knapp 30 € hat damals eine 0,7l Flasche gekostet. Dafür bekommt immerhin volle 14,5% Alkohol. Den Wein habe ich zwei Stunden vor dem Genuss geöffnet. Dekantiert habe ich ihn nicht.

Barolo 2008 - Comm. G.B. Burlotto
Barolo 2008 – Comm. G.B. Burlotto

Farbe

Purpurrot mit orangenem Rand

Aroma

Waldboden, Brombeeren, Heidelbeeren, erdig, frisch.

Geschmack

Frische, leicht herb, würzig, langsam dringt die Frucht von Brombeeren und etwas Heidelbeeren durch. Die Fruchtaromen verdrängen die herben Aromen, bleiben dennoch frisch und leicht.

Abgang

Trocken, leicht herb, würzig, fruchtiger werdend, lang.

Fazit

Ich muß gestehen, ich habe nach 11 Jahren eine zugänglicheren Barolo erwartet. Aber da lag ich falsch. Das Tannin hat die Fruchtaromen doch noch ordentlich versteckt. Dennoch konnte man ihn schon genießen. Das Tannin empfand ich nicht als unangenehm.

Da wir vor dem Barolo eine Beerenauslese verkostet hatten, blieb die Hälfte der Flasche über. Diese stellte ich für zwei Tage in den Kühlschrank. Zwei Tage später hatte ich einen großartigen Rotwein im Weinglas! Sehr fruchtig mit ein dezent unterstützendes Tannin im Hintergrund. Filigran und fruchtig. So schmeckt mir Barolo sehr gut.

Was habe ich gelernt? Ich brauche noch mehr Geduld beim Barolo. Oder ich muß ihn mehrere Stunden vorher dekantieren. Eine Flasche vom 2008er schlummert noch im Weinkeller. Und vom 2014er haben sich drei weitere Flaschen dazu gesellt. Aber die dürfen noch ein paar Jahre oder auch länger im Weinkeller reifen.

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